Finn Uriel - strahlendes Licht
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Stellvertretend für hunderttausende von Bildern unserer Fotografen, reichten wir eines davon im Juni für den "PR-Bild Award 2022" ein. Unter allen eingesendeten Bildern suchte dann eine 21köpfige Jury sechzig Bilder aus, von denen sie sehr beeindruckt war.
Heute bekamen wir die Nachricht, dass das Bild von LION zum Nachdenken angeregt hat. Somit sind wir im Voting.
Es gibt kein Geld zu gewinnen, dafür aber Interesse an unserem Thema. Das ist mit Geld nicht zu bezahlen. Mediales Interesse war in der Geschichte von "Dein Sternenkind" schon immer zielführend.
Darum bitten wir euch heute erneut, „LION mit seinem Vater“ eure Stimme zu geben.
Es ist ganz einfach. Ihr müsst lediglich ein „LIKE“ dalassen. Ein Hinterlassen einer Emailadresse ist nicht nötig.   Es ist nicht nur ein Klick für das Bild, es ist viel mehr!

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Finn Uriel - strahlendes Licht



Heute möchte ich euch schreiben und versuchen in Worte zu fassen was eure Arbeit für uns bedeutet, da wir leider den Fotografen nicht selber treffen konnten und er die Bilder von unserem Finn Uriel leider alleine machen musste.

Ich werde ein paar Jahre vor dem Geschehen mit unserer Geschichte beginnen da dort unsere Reise bis heute ihren Anfang hat. Vor bald 6 Jahren war ich das erste Mal schwanger mit unserem Darian Rafael. Bis zur 26. SSW verlief alles normal. Ich entwickelte dann eine Präeklampsie, die sich aber nicht weiter verschlechterte zum Glück. Trotzdem immer wieder KH Aufenthalte wegen meinem Blutdruck und weil unser Kleiner nicht richtig versorgt wurde. Wegen einem komischen Gefühl, dass etwas nicht passt, ging ich am 30.08.15 wieder in die Klinik. Wir wurden ans CTG angeschlossen und mussten ununterbrochen dran bleiben. Ich bekam Lungenreife spritzen. Am 31.08.15 um 02:44 wurde unser Darian Rafael dann in SSW 29+5 per Not sectio geholt. Plazentaablösung er wog 1040 gramm und war 36 cm groß. Der Erzengel Rafael hat uns damals beschützt, deswegen auch der Zweitname. Darian hat alles super gemacht und ist heute bald 6 Jahre.

Mein Mann wollte nach diesem Erlebnis eigentlich kein weiteres Kind mehr aus Angst es würde wieder so passieren oder noch schlimmer kommen... August 2020 musste ich unerwartet meinen Papa zu den Sternen reisen lassen, im Oktober hatte ich auf einmal einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Mein Mann und ich redeten lange und diskutierten was wir jetzt tun sollen. Wir entschieden uns dafür dem Kind eine Chance zu geben. Ich sah es damals als Wink des Schicksals, dass diesmal alles gut werden würde. Die SS verlief komplett problemlos. 
Finn war zeitgerecht entwickelt und alles andere war auch bestens. Das Einzige was ich diesmal hatte, war ein Schwangerschaftsdiabetes der mit Diät top eingestellt war und keine Probleme weiter machte. SSW 27+3 Donnerstag 18.03.21 noch morgens beim Arzt gewesen. Alles bestens. Komme heim und gehe in die Wanne um ein kurzes lauwarmes Bad zu nehmen. Ich steige aus der Wanne und merke wie mir langsam mein Kreislauf zusammen bricht. Ich schaffe es noch mich auf die Toilette neben der Wanne zu setzen und nach meinem Mann zu rufen.
Ich sage noch zu ihm ruf bitte den Rettungsdienst, da sacke ich auch schon in mich zusammen. In meinen Ohnmachten, die immer wieder kommen ist es wie im Traum. Ich höre die Stimme meines Mannes wie er immer wieder sagt bleib bei mir mein Schatz. Und tief in meiner Seele wird mir klar, in dem Moment, mein Kind ist jetzt gegangen.

Der Rettungsdienst ist da und mein Kreislauf stabilisiert sich wieder. Sie nehmen mich mit in die Klinik. Ich weiß in meinem Herzen, mein Kind ist gegangen. Ich komme in das Untersuchungszimmer und blicke auf das Ultraschallgerät, als die Assistenzärztin schallt blicke ich sie an und sage zu ihr "sie finden keinen Herzschlag" sie blickt mich entsetzt an und nickt. Es kommt noch die Oberärztin und bestätigt meine Vermutung... Komplette Plazentalösung mit großem Bluterguss in der Gebärmutter. Ich denke nur noch darüber nach wann mein Mann kommen kann und wie ich ihm es beibringen kann, als ich auch schon schnellstmöglich in den Kreißsaal gebracht werde da ich jetzt angefangen habe zu bluten. Es ist, als ob ich schwebe... Ich denke an meinen Mann und meinen Sohn und ob ich meinen Darian je wieder in meine Arme nehmen kann und knuddeln.

Ich weiß, meinem Finn kann niemand auf dieser Welt mehr helfen... Jetzt geht es nur noch darum, mein Leben zu retten. Die Blutung stoppt zum Glück und die Blutwerte bleiben stabil. Vor mir steht der Prof. der damals schon Darian das Leben gerettet hatte. Er stellt sich zu mir ans Bett und bespricht mit mir welche Optionen uns jetzt bleiben. Mein Mann ist noch nicht da,den hatte ich gerade erst angerufen dass er kommen soll. Der Arzt und ich entscheiden uns für eine Einleitung. Mein Mann kommt zur Tür herein und lächelt mich freudig an "Du siehst schon wieder viel besser aus mein Schatz" ich sage ihm, dass er sich zu mir setzen soll aufs Bett. Er schaut mich entgeistert an und ich erzähle ihm kurz und knapp was passiert ist. Wir liegen uns in den Armen. Er weint bitterlich um unseren kleinen Finn. Ich versuche ihm Halt zu geben und ihn etwas aufzufangen. 2 Tage wird versucht mit allen Mitteln die Geburt einzuleiten.

Ich überlege in diesen Tagen welchen Erzengel mein Sohn als Patron in seinen Namen bekommen soll. Uriel bedeutet strahlendes Licht. Ich entscheide mich für Uriel da unser Finn ja ab jetzt jede dunkle Nacht für uns mit seinem Sternenfunkeln erleuchten wird. Ich bekomme mehrmals Blutkonserven da der Blutverlust in der Gebärmutter doch nicht unerheblich war. Dann steigen meine Entzündungswerte und somit eröffnet mir am Samstag 20.03.2021 die Ärztin, dass sie jetzt einen Kaiserschnitt machen müssen und unseren kleinen Finn Uriel holen müssen um mein Leben zu retten. Ich rufe meinen Mann an und er macht sich sofort auf den Weg. Er weicht mir nicht mehr von der Seite. Um 11:58 Uhr und am Tauftag von Darian ist es dann soweit und unser Finn Uriel ist da: 35cm und 1090 Gramm. Die OP ist gut verlaufen und ich werde aus dem OP auf die Intensivstation gefahren. Mein Mann hat vor dem OP gewartet. Er ist das erste Gesicht das ich wieder wahrnehme. Er darf bei mir bleiben und begleitet mich auf die Intensivstation. Eine Hebamme kommt und fragt ob wir einen Sternenkind Fotograf haben möchten. Wir sagen ja, doch das alles bekomme ich nur wie durch einen Nebel sehr verschwommen mit. Finn wird uns gebracht, damit wir uns verabschieden können. Alles an diesem Tag ist für mich wie in einen dichten Nebel gehüllt. Die Erinnerung sehr blass.

Die Hebamme kommt wieder und sagt, dass der Fotograf nun da ist. Ich bin mehr als erschöpft und gebe der Hebamme Finn mit. Mein Mann weicht nicht von meiner Seite da es mir sehr schlecht geht und er mich nicht alleine lassen will. Klaus S. hat uns die wichtigsten und schönsten Erinnerungen geschenkt die ihr euch vorstellen könnt. Er hat Bilder gemacht die nicht mit Worten beschrieben werden können. So wundervoll und wertvoll sind sie für uns und vorallem für mich. Ich bin Rettungsassistentin und es gewohnt diejenige zu sein die hilft und unterstützt. Und ich war einfach nur überwältigt von der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft ganz besonders von eurer Seite. Eure Organisation und alle eure Fotografen die das leisten sind mindestens so wichtig wie ein Arzt der Leben rettet. Denn ihr helft mit euren unbeschreiblich schönen Bildern die Erinnerungen aller Eltern, Familien und Geschwister an ihre Sternenkinder zu erhalten. Und damit auch unsere Seelen und Herzen zu heilen. Vielen Dank und euch allen sei immer ein Schutzengel dabei auf euren Wegen der über euch und eure Arbeit wacht.

Das Bild hatte ich vom Original abfotografiert.


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