Meine Geschichte

Meine Geschichte


Ich war frisch verliebt und ja es passierte ungewollt, ich war ziemlich entsetzt als ich bemerkte, das ich, 2012, schwanger war. Ich muss zugeben ich hasste meinen Freund regelrecht dafür, ich war überfordert, es war vor meinem 25.Geburtstag. Ich spürte, es war etwas anders, ich aß viel, sehr ungewöhnlich für mich und ich hatte riesen Heißhunger auf Burger, noch ungewöhnlicher für mich, also machte ich den Test.
Vorgeschichte, ich nahm ein Jahr lang die 3 Monatsspritze und es dauerte ewig bis sich mein Zyklus eingependelt hatte, also dachte ich mir natürlich am Anfang nichts dabei, dass ich keine Blutungen bekam.
Test gemacht, positiv, ich war geschockt, rief meine beste Freundin an und heulte wie ein Schlosshund, sie beruhigte mich und ich rief eine andere Freundin an die mit mir zum Arzt fuhr. Dort angekommen, fragte ich ob ich zur Ärztin könne. Die Dame, anscheinend einen schlechten Tag, fragte schnippig 'wieso, sind sie schwanger?' Ich erwiderte, wahrscheinlich. Sie'wollen sie es behalten? ' Ich antwortete :Ja schon. ' Na dann ist ja gut, kommen sie später wieder 'Ich war empört, rief 10 Arztpraxen an um einen Termin zu erhalten. Die 10. antwortete, mit einer freundlichen Stimme, natürlich kommen sie vorbei. Ich war froh.

Die Behandlungen waren regelmäßig, und nach ein paar Wochen fing ich an den kleinen Stinker in mir zu lieben. Es kam Silvester wir waren aus,es ging nicht lang da ich mich nicht so gut fühlte. Der nächste Termin. Mein Arzt untersuchte mich und war erst still, bis er mir mit bedauern mitteilte das mein kleines nicht weiter gewachsen sei und der Herzschlag nicht mehr hörbar war. Ich war geschockt, meine Freundin war meine Bekleidung, sie hatte ihren Sohn dabei. Er verwies mich in die Klinik. Da begann es. Eine Ärztin die kaum Deutsch verstand, machte die Untersuchung. Sie sagte wenig, machte ihre Arbeit und sagte, nein tut mir leid, kein Herzschlag, wollen sie jetzt blieben zur Ausschabung oder morgen kommen. Ich war perplex, ich wusste nicht was ich tun sollte, ich hatte einen Kloß im. Hals, ich stotterte und schaute dabei meine Freundin und ihren kleinen an. Eh, eh ich, em, ich weiß es nicht. Ich nahm mein Handy und schrieb meinem damaligen Freund. Ich kam wieder ins Zimmer und antwortete das ich blieb. ***

Die Ärztin schickte mich zu verschiedenen "Stationen", ich funktionierte einfach nur, denn realisiert hatte ich nichts. Wieder zurück zeigte man mir das Zimmer,ich sollte mich umziehen und aufs Bett legen Dies tat ich . Ich wurde abgeholt, mir wurde vorher kurz erklärt was passieren würde. Die Dame, die mich in den OP führte, war sehr nett und versuchte mich zu beruhigen, denn ein wenig war mir bewusst was gleich passieren würde. Ich kam unter Narkose. Und schon wachte ich im Aufwachraum auf. Jetzt war mir bewusst was jetzt passiert war. Ich heulte wie ein Schlosshund, ich konnte nicht mehr, ich bat die Schwester zu mir und fragte ob sie einen Ball oder irgendwas hätte, worauf ich rumdrücken könne. Sie meinte nur, ich soll leise sein, es würde die anderen Patienten stören. Ich war geschockt, ich schluckte und war wie erstarrt. Zurück auf dem Zimmer, lag ich noch etwa 1h Stunde mit einer jungen freudig erwartetenden Schwangeren, bis mein damaliger Freund kam. Er brachte mir etwas Kuchen mit,ich wusste nicht wieso aber für eine Sekunde kam es mir so vor als wäre ich nicht dort. Der Arzt kam rein erklärte mir kurz was ich zu tun hätte und könnte dann heim gehen, falls Komplikationen auftreten würden, solle ich noch mal zum Arzt. Somit wurde ich entlassen... Ich war 3 Monate wie ein Zombie, ich blieb nur im Bett, weinte, wenn ich raus musste, hatte ich Ängste. Mein damaliger Freund, immer an meiner Seite. Nach ein paar Monaten war die Feier meiner Oma, mein Cousin und seine Frau waren auch da, wir waren nur 4 Wochen auseinander. Ich lief raus und brach wieder in Tränen aus, meine Mutter kam und meinte nur, es ist auch mal wieder gut. Ich schrie sie, 'nichts ist gut!'. Sie verstand es nicht, obwohl sie, (ich eigentlich ein Zwilling,) es selbst erlebt hatte, und das sogar bei der Geburt.

Hier endet meine Geschichte, mittlerweile kann ich damit umgehen, habe einen Freund mit einem Sohn, den ich sehr liebe und ob ich irgendwann doch noch selbst Kinder haben werde, weiß ich nicht. Einerseits ja, andererseits liebe ich meine Freiheit sehr, vielleicht auch aus Angst, das dies wieder passieren könnte.

*** Ich hab noch mal überlegt und ich korrigiere es doch. Ich fand es anfangs etwas... , keine Ahnung was mich hinderte es so zu erzählen wie es war. Ich blieb nicht in der Klinik, da meine Freundin ihren Sohn dabei hatte und mein damaliger Freund, nicht von Arbeit los durfte(er ist im Rettungsdienst) die Ärztin fragte mich, wie schon geschrieben, ob ich da bleibe oder später wieder käme. Ich verneinte, musste trotzdem diese Stationen durchlaufen und bekam einen Termin in einer Woche, ich musste also 1 Woche mit meinem Toten Baby rum laufen. Ich hoffte von jeder Sekunde das sich die Ärzte geirrt hatten, ich hoffte wenn ich ins Krankenhaus kam und sie es noch mal untersuchen würden, das sie sagen würden, da ist ein Herzschlag, es lebt... Ich hatte so viel Hoffnung. Nach einer Woche, musste ich morgens 7 Uhr dort sein. In dieser einen Woche, war ich jemand zwischen Trauernder Mutter und kaltem Eisklotz.. Der Rest verlief wie beschrieben...
Ich glaube diesen Moment habe ich einfach besonders verdrängt..
Auch wenn ich einen neuen Freund habe und ihn liebe. Werde ich nie den Mann vergessen mit dem ich trotz allem 7 Jahre zusammen war, der der Vater meines Kindes ist und ihn immer lieben, auch wenn es am Ende für uns beide nicht mehr funktionierte.

Er hat mir in dieser Zeit extrem zur Seite gestanden, er hatte es weiß Gott nicht leicht mit mir und musste viel einstecken. Er war jeden Tag da, ohne zu zögern, ohne zu fragen wie es ihn dabei ging.


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