Sternenkinder Levi und Leah
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Stellvertretend für hunderttausende von Bildern unserer Fotografen, reichten wir eines davon im Juni für den "PR-Bild Award 2022" ein. Unter allen eingesendeten Bildern suchte dann eine 21köpfige Jury sechzig Bilder aus, von denen sie sehr beeindruckt war.
Heute bekamen wir die Nachricht, dass das Bild von LION zum Nachdenken angeregt hat. Somit sind wir im Voting.
Es gibt kein Geld zu gewinnen, dafür aber Interesse an unserem Thema. Das ist mit Geld nicht zu bezahlen. Mediales Interesse war in der Geschichte von "Dein Sternenkind" schon immer zielführend.
Darum bitten wir euch heute erneut, „LION mit seinem Vater“ eure Stimme zu geben.
Es ist ganz einfach. Ihr müsst lediglich ein „LIKE“ dalassen. Ein Hinterlassen einer Emailadresse ist nicht nötig.   Es ist nicht nur ein Klick für das Bild, es ist viel mehr!

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Sternenkinder Levi und Leah



Heute möchte ich Euch unsere Geschichte erzählen.
Ich weiß, dass sie vielleicht Angst macht und möchte im Vorfeld Eltern die ein Regenbogebaby erwarten bitten sich zu überlegen ob sie es lesen möchten.
Ich brachte 2012 meinen großen Sohn mit in die Beziehung, er war damals 7 und wurde bald 8.
Wir heirateten 2015 und bald war klar, dass wir gemeinsame Kinder haben wollten. Im Mai 2016 erlitt ich leider eine frühe Fehlgeburt in der 9./10. Schwangerschaftswoche. Wir waren sehr traurig, aber auch sehr schnell wieder voller Hoffnung und im Juli war ich bereits wieder schwanger.
Unser großes Glück in Form von unseren Sonnenschein Samuel wurde im März 2017 geboren und nach ein paar gesundheitlichen Problemen die wir gut meisterten waren wir alle einfach nur glücklich. Er ist bis heute der absolute Sonnenschein der Familien und wie ich sage mein Seelenretter.
2019 beschlossen wir, dass wir uns noch ein Geschwisterchen wünschten, das mit unserem Kleinen aufwachsen sollte.
Im August hielt ich den positiven Test in den Händen. Der errechnete Termin sollte der 30.04. sein und ich war mir ziemlich sicher, dass mein Wunsch nach einem dritten Jungen erfüllt werden würde.
Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme, außer dass ich mich noch nie so schlecht gefühlt hatte. Ich hatte von Anfang an mit Rückenschmerzen und vielen anderen Wehwehchen zu kämpfen, aber das Baby entwickelte sich prächtig. Im Ultraschall in der 16. Woche wollte es sich aber noch nicht "outen" für mich war es egal. Das Baby war topfit. Das war was zählte.
Ich bekam einen neuen Termin für die 19. Woche. Es war ein Montag und mir ging es am Wochenende davor richtig schlecht und ich weinte viel und wusste gar nicht warum. Am Montag den 02.12.2019 war also der Termin und wir würden ziemlich sicher erfahren welches Geschlecht unser Baby haben würde. Wir freuten uns sehr und mein Mann war beim Ultraschall dabei.
Im Gespräch sprachen wir mit dem Gynäkologen schon über die Geburt und, dass wir natürlich neugierig waren welches Geschlecht unser Baby hat.
Ich durfte zuerst auf den Stuhl und es wurde der Gebärmutterhals kontrolliert. Alles super. Dann sah man den Kopf und mein Gyn war komisch ruhig und sagte ich solle mich anziehen und auf die Liege kommen.
Er sagte zu mir "Frau G. der Kopf des Kindes sieht sehr klein aus, ich habe ein schlechtes Gefühl", mein Herz begann zu rasen. Er schallte über den Bauch und sie sahen unser Baby, ganz perfekt, aber es hatte sich ganz eingemuckelt. Er schallte und wurde ganz ruhig und sagte "es ist leider wie ich vermutet habe. Das Baby ist zu klein für diese Woche und ich kann keinen Herzschlag mehr feststellen." In meinem Kopf rasten tausend Gedanken "uns passiert das nicht "... Ich war in absoluter Schockstarre.
Das Gespräch mit meinem Gyn danach bekam ich kaum mit.
Zum Glück gab er uns einen wichtigen Hinweis, nämlich, dass wir Zeit hätten.
Wir standen kurz darauf im Treppenhaus mit der Einweisung fürs Krankenhaus "Betreuung bei IUFT 19. Woche " es war so surreal wir hielten uns einfach nur fest und weinten.
Ich verfiel zu Hause in absoluten Aktionismus. Ich rief selbst im Krankenhaus an und schilderte alles und machte einen Termin aus zur Einleitung für den 05.12. ich brauchte diese Zeit. Ich hatte keine Anzeichen einer Geburt und ich musste erstmal realisieren, dass mein Kind tot war.
Ich kontaktierte an diesem Abend auch Dein Sternenkind und es war so schön, dass alles so unbürokratisch und liebevoll behandelt wurde und ich fühlte mich so ernst genommen und individuell behandelt. Danke dafür❤
Es waren bis dahin die schlimmsten 3 Tage meines Lebens und ich war irgendwie froh als der Tag gekommen war. Ich hatte nun eine Aufgabe zu erledigen.
Wir wurden in ein Einzelzimmer gelegt. Ich arbeitete in dem Krankenhaus und ich kannte einige der Ärzte.
Der Zufall wollte es, dass ich auch die Ärztin kannte die uns bei der Geburt begleitete.
Ich hatte nach der zweiten Gabe Tabletten stärkste Wehen im Minuten Takt und die Fruchtblase platzte auf dem Zimmer.
Ich ließ eine Schweste holen. Ich merkte man war mit der Situation total überfordert. Sie brachte ein Steckbecken und ich rastete fast aus.
"das ist für Fekalien ich bekomme ein Kind und ich will JETZT in den Kreissaal" eine diensthabende Ärztin wurde gerufen und langsam klärte sich die Situation. Es war falsche "Rücksichtname". Im Kreissaal war es voll und vielleicht könnten wir ein Baby weinen hören. Wir lachten... Ich habe Kinder ich weiß wie es in einem Kreissaal ist und ich möchte JETZT dorthin.
Ich wurde also verlegt und die erste die ich sah war besagte Ärztin die ich kannte. Sie erkannte mich natürlich erstmal nicht . Man rechnet auf der Arbeit nicht mit sowas.
Sie sagte sofort "gebt Frau G erstmal ein vernünftiges Schmerzmittel, wir müssen es der armen Frau doch nicht schwerer machen als es ist ". Ab diesem Moment waren wir in guten Händen. Ich bekam ein Schmerzmittel und hatte endlich ein paar Minuten Pause von den Schmerzen die seit Stunden da waren.
Es war mittlerweile 19.30 Uhr und ich wurde im Kreissaal ins eigentliche CTG Zimmer gelegt, da der Kreissaal voll war. Trotzdem wurden wir gut versorgt und die Hebamme machte ihre Runden und war regelmäßig für uns da. Als die Wehen wieder stärker wurden und sie nachschaute und sagte "es ist nun bald soweit" blieb sie und rief die Ärztin dazu.
Ich sollte so gut es geht pressen und dann wurde unser Sohn geboren.

Levi *05.12.2019✝
20.45 Uhr
16 cm
120 g

Wir sahen unseren kleinen perfekten Sohn an und hielten ihn und nahmen Abschied. Mein Mann hatte schon vorher, als klar war es geht los den Sternenkindfotografen informiert und er war ein paar Minuten nach Levi's Geburt da.
Er machte Bilder von Levi und von uns mit ihm, kurz danach musste ich schnell in den OP da ich sehr viel Blut verlor.
Wir verabschiedeten uns in dieser Nacht noch lange von unserem Sohn und am nächsten Tag wurde ich entlassen.
Zuhause wurde ich zum Glück von einer sehr lieben Hebamme betreut und wir begannen unsere Trauerarbeit.
Levi wurde aufgrund widriger Umstände erst im Februar beigesetzt und im Rahmen der Sternenkindbestattung beerdigt.
Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits wieder schwanger.

Wir hatten es nicht so schnell geplant, aber es war unser Weg schnell wieder Hoffnung zu schöpfen und ich hatte von meinem Arzt grünes Licht bekommen.
Ich testete Mitte Januar positiv. Der Entbindungstermin sollte der 05.10.2020 sein.
Wir waren natürlich verhalten und ich distanzierte mich die ersten Wochen aus Angst vor einer frühen Fehlgeburt. Aber es ging alles gut.
Wir entschieden uns aufgrund der Vorgeschichte für einen Harmony Test und frühe Feindiagnostik in der Uniklinik und mein Gyn sah mich öfter als gewöhnlich .
Ich ließ auch eine Gerinnungsstörung abklären und spritze mehr prophylaktisch Heparin.
Wir hatten in der 14. Woche alle Tests abgeschlossen und alles war wunderbar. Wir sollten ein kerngesunde kleines Mädchen bekommen. Und endlich war da Freude und vor allem mein Mann war super glücklich über eine Tochter. Ich war endlich richtig schwanger und freute mich.

In der 15. Woche bekam ich eine Sturzblutung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Angst war riesig und ich wurde im Krankenhaus leider nicht ernst genommen und nicht gut behandelt obwohl man meine Vorgeschichte ja kannte.
Man fand keine Ursache für die Blutung aber dem Baby ging es prima. Drei Tage später ging ich trotz Blutungen heim und da mein Gyn in Urlaub war suchte ich seine Vertretung auf. Dieser fand sofort die Ursache für die Blutung ich hatte eine Plazenta praevia was nicht schlimm ist und sich meist noch verwächst. Dies war in der 16. Woche und unserem Mädchen ging es prima.

Ich hatte eine Woche später wieder Termin bei meinem Gyn. Das Krankenhaus war für uns gegessen und ich wusste, da entbinde ich nicht.
Ich war also in der 17. Woche bei meinem Gyn und berichtete ihm alles. Er sagte, er würde sich keine großen Sorgen machen, Blutungen mit dieser Ursache seinen meist bald vorbei.
Wir gingen zum Ultraschall und er schallte über den Bauch. Er schallte und ich sah unsere Kleine und wusste sofort es stimmt etwas nicht.
Ich spürte unsere Kleine seit der 14. Woche. Sie war immer super aktiv und im Ultraschall kaum zu vermessen aufgrund ihrer Turnerei.
Diesmal bewegte sie sich gar nicht und ich begann zu weinen. Mein Arzt sagte leise "das kann doch nicht sein" er schallte und schallte ...er wollte es selbst gar nicht glauben und wahrhaben.
"Ich kann keine Herzaktion feststellen" irgendwann musste er aussprechen was ich längst wusste. Ich brach weinend zusammen und mein Arzt rief meinen Mann an der kurz darauf direkt kam.
Sie musste an diesem Tag gestorben sein. Mein Arzt konnte noch eine Durchblutung der Nabelschnur feststellen warum er so lange gesucht hatte.
Wir gingen nach Hause immer noch im Schock. Ich bekam allerdings in der folgenden Nacht schon Schmerzen und eine absolute innere Unruhe. Ganz anders als bei Levi.

Nun mussten wir erstmal ein Krankenhaus finden in dem mein Mann mich in Corona Zeiten begleiten durfte.
Er telefonierte und wir entschieden uns schnell. Wir sollten sofort kommen.
Am 21.04. kam ich also Morgens im Krankenhaus an und man organisierte mir ein Zimmer. Nach allen Untersuchungen wurde eingeleitet. Es reichte eine Gabe Tabletten und ich kam direkt, als die Wehen ordentlich in Gang kamen, in den Kreissaal.

Um 17 Uhr wurden wir im Kreissaal von einer sehr lieben Hebamme und einem tollen Arzt empfangen. Wir wurden sehr liebevoll betreut und ich fühlte mich ganz anders als bei Levi. Ich lag auf einem Kreissaalbett und hatte von Anfang an gute Schmerzmittel bekommen.
Um 18 Uhr wurde unsere kleine Tochter Leah geboren und folgte ihrem Bruder zu den Sternen .

Leah *21.04.2020✝
18 Uhr
16 cm
90g

Wir hielten sie sofort und sie war so perfekt. Ihr Bruder hatte die Augen geschlossen gehabt. Ihre Augen waren offen und ihre blauen Augen blickten uns direkt ins Herz.
Ich hatte diesmal über den privaten Weg eine Fotografin von Dein Sternenkind kontaktiert die ich über Facebook kannte, da sie die Lebensgefährtin eines alten Bekannten war. Sie organisierte alles und würde sofort kommen wenn es soweit war.
Als sie kam war ich leider schon im OP da ich aufgrund extremem Blutverlust schnellst möglich dort hin musste.

Unsere Leah blieb im Kreissaal und ich habe so unbeschreiblich schöne Bilder von ihr bekommen. Ich sehe sie mir gerne an, auch wenn der Schmerz unglaublich ist, es bleibt dadurch ein kleines bisschen von ihr.



Wir ließen Leah obduzieren schweren Herzens, aber zum Glück. Leah hatte das sogenannte Thin-cord Syndrom. Eine Veränderung der Nabelschnur am Übergang zum Bauch und nur in einer Obduktion zu sehen.
Eine Laune der Natur. Wahrscheinlichkeit unter 2%.

Ich frage mich immer wieder, warum wir. Warum wurden uns zwei Kinder genommen während um mich herum alle schwanger sind und gesunde Kinder bekommen.
Wir wissen viele verstehen uns nicht. Aber wir werden nicht aufgeben. Wir lassen Diagnostik machen, aber sollte nichts heraus kommen werden wir noch einmal entgegen aller Angst unsere Hoffnung neu schüren und für ein Regenbogenbaby beten. Unser kleiner Sohn sagt sehr oft, dass er eine Schwester bekommt,.egal wie oft ich ihm erkläre, dass das Baby nicht mehr in Mamas Bauch ist. Er sagt trotzdem "ich bekomme eine Schwester".

Vielleicht weiß er mehr als wir. Wir beten dafür.


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